Das Haustier im Testament

Denken Sie über den Tod hinaus an Ihr geliebtes Haustier – mit einem Testament!

Niemand denkt gern an das Undenkbare. Und doch passiert es jeden Tag: Immer wieder bleiben nach dem plötzlichen Tod eines Tierbesitzers die geliebten Tiere herren- und hilflos zurück. Um das zu vermeiden, sollten Tierhalter testamentarisch bestimmen, was mit dem Tier im Ernstfall zu geschehen hat bzw. welcher Teil des hinterlassenen Vermögens für das Tier zur Verfügung stehen soll. Tiere gehen zwar wie anderes Erbgut in den Besitz der Erben über, aber wie diese damit umzugehen haben, steht den Erben rechtlich gesehen völlig frei. Mögen wir ihnen auch eine moralische Verpflichtung zusprechen, das Tier im Sinne des Verstorbenen zu versorgen, eine rechtliche Verpflichtung dazu gibt es nicht.

Immer wieder bedeutet es für Tiere, dass sie einer ungewissen Zukunft entgegen gehen, wenn deren Herrchen oder Frauchen gestorben ist. Nicht nur der Verlust des menschlichen Partners schmerzt – ja, auch Tiere trauern – , sondern auch die oft folgenden Streitereien der am Tier desinteressierter Erben, die den Umgang mit dem Tier nicht gewohnt sind und es eher als lästige Erb-Beigabe betrachten.

All das können Sie vorbeugend vermeiden, wenn Sie Ihr Haustier in Ihrem Testament bedenken und regeln, wie mit ihm nach Ihrem Tod umgegangen werden soll. Ohne Testament geht Ihr Vermögen an die gesetzlichen Erben über, die dem hinterlassenen Tier nicht immer die gleichen Gefühle ent- gegenbringen wie Sie. Tiere sind dem Gesetz nach nicht erbberechtigt. Und die gesetzlichen Erben sind nicht verpflichtet, das hinterlassene Haustier ebenso liebevoll zu halten, wie Sie es tun. Und wenn Sie sich entschlossen haben, Vorsorge für Ihr Tier zu treffen, dann sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Wunsch rechtlich nicht anfechtbar ist.

Eine nur handschriftlich hinterlassene Bitte, für das Tier sorgen zu wollen, ist ziemlich unverbindlich und verpflichtet die Erben zu nichts. Es gibt leider sehr traurige Fälle, in  denen die Erben liebevolle Pflege versprochen haben, das Tier nach dem Tod des Erblassers dann in ein Tierheim als „herrenloses Fundtier“ abgegeben haben. Manche Erben wollen den letzten Wunsch eines Erblassers oft deshalb nicht anerkennen, weil sie die geregelte Vermögensverteilung für ein Tier für unverhältnismäßig halten. Selbst wenn sie wissen, dass dieses Tier dem Erblasser in den letzten Jahren ein treuer und zuverlässiger Freund gewesen ist, der zur Familie gehört hat. Vermeiden Sie unbedingt, dass Ihr von Ihnen geliebtes Haustier im Ernstfall einem solch ungewissen Schicksal entgegen geht.

Sie können zwar frei entscheiden, was in Ihrem Testament stehen soll. Allerdings können pflichtteilberechtigte Erben nicht rundweg ausgeschlossen werden, soweit nicht ernste  Gründe vorliegen, die sie als Erbe ausschließen. Grundsätzlich kann das Testament privat eigenhändig und handschriftlich verfasst werden. Es empfiehlt sich allerdings, dies vor und mit einem Notar zu verfassen. Ohne Notar muss das Testament in jedem Detail handschriftlich  geschrieben und mit vollem Namen unterzeichnet sein. Immer wieder gibt es Streit, weil ein Testament zu unbestimmt formuliert wurde. Es genügt nicht, zu schreiben, „nach meinem Tod gehört alles Vermögen den Tieren“. Hier muss präzise formuliert werden, wer (volle Namen und Adressen) was bekommen soll und welche Pflichten  (für ein Tier zu sorgen) eventuell daraus erwachsen. Sie können nämlich über die Bestimmung Ihres Haupterben hinaus über so genannte Vermächtnisse auch verfügen, dass die Erben für die zukünftige Unterbringung des Tieres zu sorgen haben. Die Kosten dafür sind dann aus dem Nachlass zu bezahlen.

Es gibt viele Möglichkeiten, sicherzustellen, dass es Ihrem Haustier auch nach Ihrem Tod gut geht. Wenn Sie Genaues über die vielen Möglichkeiten erfahren wollen, wenden Sie sich am besten an uns. Hier können Sie auch die informative Broschüre  „Tierschutz  hat  Zukunft – mit Ihrem Testament“ anfordern.